Retrospektive 2006 – 2019

Retrospektive

Retrospektive ‚Palastblick‘ 2006 – 2007

Die Ausgangspunkte meiner ersten Bilder im Jahr 2006 waren Ereignisse, die mich tief berührten, sowie meine Reisen nach Bali. Intuitiv fügte ich kräftigen Pigment- und Acrylfarben eine mystische Ebene hinzu, indem ich unsichtbare oder transparente Schichten verwendete, die Einblicke in das Ahnungsvolle im Spannungsfeld von Erinnerungen und Gegenwart gewährten. Ein herzliches Dankeschön geht an Erika Gedeon für ihre wunderbare und wertvolle maltechnische und künstlerische Unterstützung!

Retrospektive ‚Dualität‘ 2012

Meine Begegnungen mit den Symbolfiguren im Tempelbad der hinduistischen Tempelausgrabung ‚Goa Gajah‘ auf Bali haben sich tief in mein Inneres geprägt und führen mich immer wieder zurück in vergangene Zeiten, sei es in meinen Träumen oder in meinen Empfindungen. Sie sind der Ursprung reicher Symbole und bilden den Bogen zum Leben im Hier und Jetzt. Jede der sechs Tempelfiguren symbolisiert einen Lebensabschnitt. Sie sind die Quelle und Inspiration für die sechs Bildpaare, die gleichermaßen gegensätzlich und spiegelbildlich in ihrer Dualität sind.

Mit den Paar-Bildern ‚Dualität‘ schloss sich 2012 ein knapp siebenjähriger Lebenszyklus, der von Veränderungen, innerer Neuorientierung und einer veränderten Wahrnehmung und Betrachtung der Welt geprägt war. 2012 entstanden Paar-Bilder, die wichtige Lebensaspekte für mich darstellen. Einige Aspekte entstanden während des Entstehungsprozesses der Bilder auf wundersame Weise, andere reflektieren bewusst kostbare Begegnungen auf meinem Lebensweg. In den vielen Farb- und Materialschichten, auf einer mit der Symbolik des lebensspendenden und fließenden Wassers der Nymphen bedruckten Leinwand, zeigen sich Themen aus der Märchenwelt mit ihren reichen Schätzen unserer gemeinsamen Vergangenheit, der Meditation in der Stille und ihrer Manifestation in der inneren Betrachtung der Welt, der Liebe als Geschenk, der Dankbarkeit dem Leben gegenüber, der Spiritualität als kraftvolle Lebensenergie und der Dualität.

Retrospektive ‚DaSein‘ 2019
Vom Dach des Klosters ‚Sao Vincente de Fora‘ öffnet sich eine prächtige Sicht auf die Altstadt von Lissabon. Auf dem Dach war da eine Steinkugel, wie aus dem Nichts einfach da, in diesem Moment existierend.

Das Foto (Bilder DaSein) vom 28. September 2016 hat mich seither immer wieder berührt, zum Denken anregt, inspiriert und ist vielen Momenten in meinem Lebens präsent. Einfach DaSein. Der Begriff Dasein wird häufig in der Philosophie als Synonym zur Existenz gebraucht.

So haben Philosophen Einsichten über das DaSein formuliert:
Der Mensch trifft zuerst auf sich, wenn er in die Welt eintritt, sich erst dann definiert und somit nichts anderes ist als das, wozu er sich macht (Jean Paul Sartre). DaSein ist ein Seiendes, das sich zu sich selbst und dem Sein, wie auch zu anderen Seienden verhält. Das Dasein versteht sich selbst immer aus seiner Existenz, einer Möglichkeit seiner selbst, es selbst oder nicht es selbst zu sein (Martin Heidegger). DaSein ist in Beziehung mit der Sinnerfüllung im Leben (Karl Jasper).

Ob diese Aussagen zu unseren eigenen Erfahrungen passen? Wie verstehe ich den Sinn, die Existenz, wenn ich über meine eigene Lebensgeschichte nachdenke?

Herzlich, Roger Aeschimann